Chronik AC Spiesen

100 JAHRE AC DEUTSCHE EICHE SPIESEN

Chronik


Zusammengestellt nach Unterlagen und mündlichen Überlieferungen. Im Jahre 1909 trafen sich im Gasthaus Müller, bekannter unter dem Namen Heusing, junge, am Ringsport interessierte Männer, um einen neuen Kraftsportverein ins Leben zu rufen, den AC Deutsche EICHE SPIESEN

Von den damaligen Gründungsmitgliedern Johann Konrad, Richard Müller, Abrahm Kessler, August Kessler, Fritz Kessler, Oskar Maurer, Adam Matzenbacher,Jakob Commercon und Johann Commercon ist heute keiner mehr am Leben.

A C. Spiesen 1. Mannschaft 1922

 
von links nach rechts: Priester Hans, Eich Johann, Übel Franz, Schmidt Franz, Herges Heinrich, Mayer Bernhard, Mayer Rudoff, Poth Peter, Mosbach Franz

Wilhelm Scholl, Peter Wacket, Franz Mosbach, Heinrich Herges, Johann Poth, Peter Poth, Albert Herges, Ludwig Lernen, Rudolf Mayer, Bernhard Mayer, Johann Eich, Karl Ruffing, Johannes Priester und Fernand Ruffing waren die ersten aktiven Mitglieder, die in einer Schüler﷓ und Jugendmannschaft an den Meisterschaftskämpfen teilnahmen. 1913 traten dem Verein aus den Reihen des KSV Siegfried Spiesen die Ringer Jakob Abel und Karl LAUER bei.

Durch intensives Training und ausgezeichnete Kameradschaft konnte sich Spiesen in den folgenden Jahren bis zu Beginn des 2. Weltkrieges ständig in der Spitzengruppe der 1. Gauliga behaupten. Besondere Höhepunkte waren in den Jahren 1932 und 1934 zu verzeichnen. Unsere Mannschaft wurde Kreismeister in der Oberliga und 2. deutscher Meister in der Rundgewichtsriege in Nürnberg.

1929 und 1930 kämpfte unser Verein um die süddeutsche Meisterschaft gegen Frankfurt﷓Sachsenhausen. Beide Kämpfe gingen äußerst knapp verloren.

Seid Ende des ersten Weltkrieges kämpfte Spiesen ständig in der 1. Gauliga und wurde 1923 ﷓1945 etliche Male Saarlandmeister. Die erste Generalversammlung nach dem Kriege fand am 27.2.1949 in der Gaststätte Heusing statt. Zum ersten Vorsitzenden wurde damals Richard Krämer gewählt. 1950 wurde unser Verein durch eine Ernennungsurkunde ins Vereinsregister aufgenommen.
Die ersten Jahre nach dem Kriege waren dem Neuaufbau des Vereines gewidmet. Zunächst war man bemüht, die alten und gesunden heimgekehrten Sportkameraden wieder zu aktivieren und neue, junge Athleten für unseren Sport zu finden.

Da man gerade das Jahr 1949 schrieb, das Jahr unseres 40﷓jährigen Bestehens, entschloß man sich, einen Sportwerbetag durchzuführen, zu der Sportvereine aus der näheren Umgebung eingeladen wurden. 1950 wurde eine außerordentliche Generalversammlung einberufen. Vorausgegangen waren schwere Differenzen zwischen den aktiven Ringern und den Vorstandsmitgliedern. Notwendigerweise mußte der gesamte Vorstand neu gewählt werden. Da die älteren Vereinsfunktionäre keinerlei Funktion mehr übernehmen wollten, mußte ein insgesamt neuer Vorstand gewählt werden, der dann überwiegend aus jungen Mitgliedern bestand. Zum 1. Vorsitzenden wurde Heinrich Fronhöfer gewählt.

Nur kurz war die Amtsperiode von Fronhöfer, der noch im gleichen Jahr sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen mußte. Nach Sportkamerad Noll﷓Hussong übernahm Edmund Glauber das Amt des 1. Vorsitzenden.

Wie bereits gesagt stand der Wiederbeginn im Jahre 1949 ganz im Zeichen des Neuaufbaues der aktiven Mannschaft. Man war bestrebt, das vorhandene Ringermaterial mitjungen begeisterungsfähigen Sportlern zu ergänzen. Die Gruppenkämpfe innerhalb eines Jahres wurden durch Freundschaftskämpfe, die bis hin nach Frankfurt führten, sinnvoll ergänzt ...

Im August 1954 feierte unser Club sein 45﷓jähriges Bestehen. Der erste Feiertag bestand aus einem Kommers mit Ehrung der verdienten Mitglieder und Sportler.

Am zweiten Tag dominierte die sportliche Seite. Neben Gewichtheben, Rasenkraftsport und Ringkämpfen wurden auch kunstkraftsportliche Darbietungen gezeigt Am Abend fand dann im Saale Buchheit ein Festball statt, der die anerkennende Zustimmung der Anwesenden fand.

Mehrfacher Deutscher Meister und Olympiasieger Wilfried Dietrich, damals Spiesen.

dietric

 

1953 und 1954 stand in der Mannschaft des AC Spiesen der spätere Weltmeister und Olympiasieger im Schwergewicht Wilfried Dietrich, ein Athlet, der an der Saar praktisch keinen Gegner mehr fand. Olympisches Edelmetall kam leider nicht nach Spiesen, denn die erste Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Melbourne errang Dietrich erst 1956)als er wieder in Schifferstadt kämpfte. Bereits Ende 1958/59 traten in unserem Verein Schwierigkeiten auf, die zunächst nicht zu beheben waren. Verschiedene ältere Athleten hatten sich vom aktiven Sport zurückgezogen und jüngere Kräfte standen einfach noch nicht zur Verfügung. Hinzu kam noch, dass man keine geeigneten Trainingsräume zur Verfügung hatte, die mit Bad und Heizung ausgestattet waren. 1960war dann der Abstieg in die nächst tiefere Klasse nicht zu vermeiden.

Reiner Schuh konnte im gleichen Jahr bei der deutschen Jugendmeisterschaft den 2. Platz erringen.

Von Seiten der Vereinsführung entschloss man sich, unsere Mannschaft in die unterste Leistungsklasse einteilen zu lassen und nur mitjungen talentierten Ringern zu besetzen. Dass dies ein richtiger Schritt war, bewies bereits die Meisterschaftssaison 1962. Dort wurde man auf Anhieb Meister.

Vier Teilnehmer stellte unser Verein bei den deutschen Jugendmeisterschaften 1963. Peter Rammo wurde deutscher Meister. R. Schuh wurde deutscher Vizemeister. Dieter Stein wurde 5. und Bernd Flick erreichte den 6. Platz.

In der höchsten saarländischen Liga erreichte Neuling Spiesen mit der Mannschaft Schuh, Graff, Werle, Brill, Rammo, Braun, Koch, Flick, Sattler, Stein H. D. und Gräber den dritten Platz.

1964 richtete unser Verein das nordische Jugendländerturnier aus. Da die räumlichen und hygienischen Verhältnisse im Deutschen Haus nicht mehr den sportmedizinischen Gesichtspunkten entsprachen, entschloss sich der Verein, sein Training und die Meisterschaftskämpfe in die Turnhalle Langdell zu verlegen.

1964 in Nürnberg wurden R. Schuh und P. Rammo bei den deutschen Juniorenmeisterschaften jeweils dritte.

Bei den deutschen Juniorenmeisterschaften 1965 in Alzenau stellte unser Club 3 Teilnehmer. P. Rammo wurde 1. Sieger, R. Schuh Vizemeister. A. Graff konnte wegen Gewichtsschwierigkeiten nicht in seiner Klasse starten und erreichte keinen der vorderen Plätze.

1965. H.J. Merker und J. Denne wurden bei der deutschen Jugendmeisterschaft jeweils Vizemeister.

Am 3.4.1966 richtete der Verein in der Turnhalle Langdell die deutschen Juniorenmeisterschaften aus. Durch die tatkräftige Hilfe von Mitgliedern und Freunden des Vereins konnte die gesamte Veranstaltung reibungslos durchgezogen werden. Bereits hier waren die zukünftigen Meister zu erkennen. U. a. waren Adoff Seger, das Paradepferd des deutschen Ringersportes, Werner Hettich, Norbert Engel, Peter Zeiher und Reinhard Bock zu sehen.

Durch die Ableistung des Wehrdienstes waren die Spieser Teilnehmer gänzlich unvorbereitet in dieses Gefechtgegangen und konnten sich nicht unter den ersten Drei platzieren. R. Schuh wurde sechster. P. Rammo und Bernd Flick vierter. H. D. Stein konnte sich nicht platzieren.

1967 wurde H. J. Merker bei den deutschen Jugendmeisterschaften Meister in beiden Stilarten.

Beim internationalen Ringerturnier in Kirrlach wurden G. Denne und Max Commercon 1. Sieger und R. Commercon erkämpfte sich den 2. Platz. In der Gesamtwertung erreichte der Verein Platz 1.

Am 6.6.1969 feierte der Verein in der Gaststätte, Zur Flotte" das 60﷓jährige Bestehen. In Anwesenheit des Präsidenten des deutschen Ringer﷓Bundes, Herrmann Schwindling und des Amtsvorstehers der Gemeinde Spiesen﷓Elversberg, Herrn Kohler, wurden die verdienten Mitglieder für ihre Dienste um den Ringersport geehrt.

Für die Freunde des Ringersportes wurde eine weitere Delikatesse geboten. Eine türkische Auswahl kämpfte gegen eine Vertretung des Saarlandes.

P. Rammo, B. Flick, F. Derschang und J. Hinterhölzl waren die Spieser Vertreter in der Auswahl. Die Meisterschaftsrunde 1969 gestaltete sich überaus spannend und interessant, da die zwei Erstplazierten in die neu gegründete Regionalliga Süd aufgenommen werden sollten.

Im letzten Kampf der Meisterschaftsrunde besiegten unsere Athleten den Vertreter aus Hüttigweller und wurden Vizemeister.

So sehr man sich über den Start in die neugegründete Regionalliga zunächst freute, so enttäuschend war nachher der Ablauf. Kurz vor dem offiziellen Beginn verließen uns einige bewährte Athleten und andere waren nicht zu bewegen, in dieser Liga zu kämpfen.

So kam der unvermeidliche Abstieg.

Hier hatte unser Verein eine denkbar schwere Krise zu überstehen, die nur auf Grund unserer guten Kameradschaft so gut behoben werden konnte. Bei der am 10.01.1971 durchgeführten Generalversammlung wurde eine Vorstandschaft gewählt, deren erste Aufgabe es war, das Ruder wieder fest in die Hand zu nehmen und den Verein aus der Krise herauszuführen.

1972 in der Trostrunde um den saarländischen Pokal wurde unser Club durch einen Sieg gegen Hüttigweiler 2. Pokalsieger.

1974 feierte der A.C. Spiesen sein 65jähriges Bestehen mit einem großen Festzelt auf dem Kirmesplatz.

Das Programm ging über 4 Tage, von Freitag bis einschließlich Montag.

Die Veranstaltung fand bei der Bevölkerung großen Anklang und war eine gelungene Werbung für den Ringersport.

In sportlicher Hinsicht kam der A.C.Spiesen durch das Nachlassender Aktivität und das Abwandern einiger Ringer zu anderen Vereinen in immer größere Verlegenheit.

Nach erheblichen Schwierigkeiten bei der Aufstellung einer leistungsfähigen Mannschaft in der Oberliga ging der A.C. Spiesen 1978mitdem K.S.V. Elversberg eine Fusion ein. Trotz des Zusammenschlusses mußte die erste Mannschaft der damals gegründeten Kampfgemeinschaft 1979 aus der Oberliga absteigen.

Obwohl ein Zusammenschluß stattgefunden hatte, konnten die personellen Probleme, in Bezug auf die Stellung einer stärkeren Mannschaft, nicht gelöst werden. Die gemeinsame Mannschaft mußte ständig um den Klassenerhalt in der Liga B kämpfen.

 
1984 entschloß sich der Vorstand des AC Spiesen die Fusion mit dem KSV Elversberg
aufzulösen und wieder allein eine Mannschaft zu stellen. Daraufhin mußte die Mannschaft des AC Spiesen in der Ringerliga C neu anfangen. Die neugebildete Riege des AC Spiesen mußte in Ihrem ersten Kampf gegen die Mannschaft des KSV Köllerbachbach 3 gleich eine 18,5:9 Niederlage hinnehmen. Im Verlauf der ganzen Runde verlor die Mannschaft keinen Kampf mehr. So mußte die Entscheidung um den Meistertitel im Rückkampf am letzten Kampftag der Runde gegen den K.S.V. Köllerbach 3 fallen. Diesen gewann der A.C. Spiesen in einem dramatischen und begeisternden Kampf, trotz der kaum noch aufzuholenden 185:9 Niederlage im Vorkampf, mit 21:6. Durch diesen Sieg wurde der A.C. Spiesen im ersten Jahr seiner wiedererlangten Selbständigkeit Meister der Liga C und stieg in die Liga B auf. Die Sportler der Meistermannschaft von 1984 waren: F. Derschang, Steffen M., Denne G., Flick B., Rammo R., de Costa, Raskopf M., Mendola G., UngerJ., Regitz K.F., ZentzW., Neurohr U., Commercon E., und Schmidt H.J.
1985 belegte die erste Mannschaft in der Landesliga B den 3. Platz. 1986 erreichte die erste Mannschaft nach einem dramatischen Vor﷓ und Rückkampf gegen den erst aufgestiegenen K.S.V. Elversberg den 2. Platz. Den Vorkampf verlor die erste Mannschaft denkbar knapp durch die Verletzung von Felix Derschang bedingt, mit 16:15,5. Den Rückkampf gewann Sie mit 16,515. Durch das Erreichen des 2. Platzes stieg die 1. Mannschaft in die Landesliga A auf. 1987 erreichte sie den 3. Platz. Am 18. und 19. Juli 1988 war der ehemalige "Deutsche Mannschaftsmeister" A.S.V. Bauknecht﷓Schorndorf zu Gast beim A.C. Spiesen. Wir beabsichtigen einen Gegenbesuch im Sommer 1989.